WARUM Frank

WARUM FRANK.
WORLD TRASH SOCIETY.

Singuläre Ambivalenz und Antagonismus bilden ein heterogenes Konstrukt mit homogener Struktur.
Eine Zeitreise in die DDR kann Hässlichkeit unendlich schön erscheinen lassen, und Scheitern als Chance. Wird es eine DDR in der Zukunft geben? Leben wir 2018 in einer offen terroristischen Diktatur der radikalsten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals? Achtung, das ist Faschismus.
Unbekannte oder vergessene Klangfetzen, Musik aus dem Müll paaren sich mit vertrauten lieblichen Weisen und laden zu einer Reise in die Welt der Phantasie ein. Musik für Hirn und Bein. Vergangenheit und Zukunft in der Gegenwart.
Als Staatsbürger der NSK spricht WARUM Frank mit seinem Musikprogramm zum kollektiven Bewusstein.

 

WARUM Frank ist in der Sowjetisch Besetzten Zone Deutschlands - der DDR - aufgewachsen. Musik spielte eine große Rolle und war mit Radio, Tonband und Schallplatte allgegenwärtig. Der erste Hit/ Ohrwurm der Einfluss auf den Musikgeschmack/ die spätere Musikwahrnehmung von W.Frank nahm, war Popcorn. Dieser Titel wurde auch von DDR- Beat- Combos gespielt; wie z.B. in Binz auf Rügen am Strand in der „Musikmuschel“ des Kurhauses. Sehr früh - mit 7 Jahren - hörte W.Frank bereits Punkmusik, wenn auch eher zufällig beim Topfklopfen auf einer Feier der Nachbarkinder… Sex Pistols und Stiff Little Fingers liefen da unter anderem. Auch Heavy Metal wurde bei seinem älteren Bruder über einen Weltempfänger abends mitgehört… das klang fremd, interessant, wild, rebellisch und anders. Ein Bekannter aus Ungarn hatte auch immer Zeitschriften am Start, in denen Artikel und Bilder über Punk- und Heavy Metal- Kultur abgedruckt waren… so sahen also wilde Jungs und Mädchen aus… und die trugen sogar die verbotenen Hakenkreuze zur Schau… krass, Alter. Das Interesse an Musik und Musikkultur entwickelte sich immer weiter und erste eigene Radio- und Fernsehmitschnitte (nur Ton) mit interessanten Musikstücken fanden den Weg auf Kassetten. Kassetten waren DAS Medium der DDR… es ermöglichte einen regen Musikaustausch. Aufnahmen von Einstürzende Neubauten, KG Rest, Die Firma, Feeling B, Alien Sex Fiend, Exploited, … wurden überspielt und getauscht. Erst Mitte/ Ende der 80er hielten auch verstärkt Schallplatten Einzug im Musikhaushalt… und das war mit Cover, Texten und dem ganzen Produkt an sich eine neue eigene Welt. Das waren Kunstwerke. Mit 13 besuchte W.Frank sein erstes Punkkonzert: Die Firma (u.a. mit Paul und Flake die heute bei Rammstein spielen) im legendären Waldschlösschen Röderau. Das war die Offenbarung. Mehr davon! Gab es auch bald darauf im Landei in Bad Liebenwerda: Feeling B (ebenfalls mit Paul und Flake). Dem folgten dann noch viele viele weitere Konzerte… Kaltfront, Tausend Tonnen Obst, Die Skeptiker, Die Freunde Der Italienischen Oper, Die Anderen, Die Art, WK13, Kein Mitleid, Bunte Trümmer, … Hier lernte man über Musik viele Gleichgesinnte kennen… die einfach keinen Bock auf die Dogmen der DDR hatten. Besonders oft und gern war W.Frank weiterhin auf Konzerten von Feeling B und die Firma und mit Paul und Flake wurde nach dem Konzert nicht selten bei Schnaps und Bier über Sinn und Unsinn des Seins sinniert… W.Frank nahm Ende der 80er auch kurze Zeit Gitarrenunterricht beim Gitarristen von Chaotenmarsch, aber oft nutzte man die sporadischen Sessions auch nur zum Überspielen von seltenen Radiomitschnitten auf Tonbändern… und dann machte sich sein „Gitarrenlehrer“ auf den Weg in den Westen. Für ein paar Proben fand sich W.Frank mit den bis dahin erlernten Handgriffen dann auch mit ein paar ca. 20 km entfernten Musikern zusammen, aber es war doch zu schräg, improvisiert und zu dilettantisch um es richtig gute Musik nennen zu können… Musikalischer Nihilismus. Die Bassdrum war eine alte Tonne, Verstärker waren Sternrekorder und ständig musste irgendein Kabel wieder gelötet werden… Naja, es blieb beim Versuch. Eine der Mitmusizierenden agierten später unter dem Namen Kirchendiebe. Die Musikeinflüsse wurden in Dynamik, Geschwindigkeit und Originalität inzwischen immer extremer. Bands wie Cryptic Slaughter, Spazztic Blurr, Impulse Manslaughter, Electro Hippies… machten ihrem Namen alle Ehre und hinterließen bleibenden Eindruck. Nach dem Fall der Mauer war plötzlich der Weg frei zu Live- Musik aus dem Westen, die man bislang nur von Tonträgern kannte… Erste Konzerte waren Spermbirds, Laibach, Sleeping Dogs Wake, Gorilla Biscuits, Slapshot, Sick Of It All, Cassandra Complex, Ministry, … Es war wie im Rausch. Und ein noch neuer Rausch kam hinzu: Elektronische Musik. Verstärkt. Denn es gab ab Ende der 80er/ Anfang 90er diese neuen Parties. Techno- Parties. So eine Energie und Wumms und das ganz ohne Gitarren… und tanzbar! Nicht selten fuhr man nach einem Punkkonzert danach noch auf eine Techno- Party die in einem leerstehenden Haus im Keller, einer alten Fabrik oder Militäreinrichtung stattfand… großartig! Besonders geeignet war für solche Veranstaltungen Berlin. Denn hier gab es kein Ende. 24 h am Tag 265 Tage im Jahr konnte man von einer Veranstaltung zur nächsten. Persönlicher Rekord: Freitag abends Start und Dienstag früh in´s Bett. Ohne Drogen! In Berlin entdeckte W.Frank über Freunde auch die Liebe zur französischsprachigen- und-stämmigen Musik. Warum Joe, Berurier Noir, Ludwig Von 88, Metal Urbain, Indochine und andere Künstler mit diesem typischen Drummachine- Sound zu Gitarren enterten die persönlichen Charts. Über die Musikerlebnisreise hinweg haben sich viele Tonträger im Archiv von W.Frank angesammelt, und 1998 beschloss er, dass diese Musik nicht nur im Archiv stehen soll. Musik muss gehört werden! 1998 fand so der erste Schallplattenunterhaltungsabend von W.Frank statt: In der Lotta Köln. Nach Köln - in den Westen - zog es W.Frank 1997. Später gab es auch eine sehr erfolgreiche und legendäre Auflegereihe mit Das Karl und J.D.; doch als J.D. tragisch verstarb, fand diese Auflegereihe später nur noch sporadisch mit W.Frank und Das Karl statt. Durch Zufall oder der Tatsache geschuldet, dass viele interessante Bands in Köln einfach nicht spielten, begann W.Frank nun auch Bands für Kölner Clubs zu buchen. Er belegte dafür auch einen Tontechnikkurs an der SAE, damit vor Ort auch möglichst alles reibungsfrei laufen konnte. Das erste Konzert fand im Underground Köln statt, mit den Bands Nazis From Mars und den Firemen 2 (mit Henning Sedlmeir, Ex- Stereohools). Viele weitere Konzerte in verschiedensten Clubs folgten, und über eine befreundete Surfband Die Astronaus, entdeckte W.Frank wieder ein neues Genre für sich: Ende 50er und 60er Beat und Garage. Eine besondere Vorliebe galt dabei den deutschsprachigen Combos. Außerdem begann W.Frank nun auch mit Künstlern/ Bands zu touren (z.B. Sedlmeir) und übernahm zudem Presse- und Labelarbeit. Und zusammen mit u.a. Rose Club- Gründer Dietz buchte man in den Geburtstagen des Tsunami- Clubs aus den Trümmern des Between dort Bands. Ein Musikfreund aus frühen Tagen meldete sich in dieser Zeit bei W.Frank: Roger Baptist (ex- Freunde Der Italienischen Oper, Kein Mitleid, Automatic Noir). Mit seinem neuen Projekt Rummelsnuff plante R.Baptist die Welt zu erobern. Ein guter Plan, fand W.Frank, und half. Er initiierte allen ewig-Gestrigen und Gegnern des außergewöhnlichen Projekts Rummelsnuff zum Trotz erste Konzerte im Westen. Es war nicht leicht, aber Qualität und Beharrlichkeit zahlten sich aus. Wenn zwischendurch noch Zeit war, entwickelte W.Frank in seinen Schallplattenabend zunehmend einen höheren Anteil an elektronischer Musik. Es dauerte nicht lange und die ersten Techno- Sets wurden 2006 im Camouflage und Blue Note Köln gespielt. W.Frank lernte die DJ-Legende Claus Bachor kennen (…der war schon seit Ende der 70er aktiv und gehört zu den deutschen Begründern des Techno) und war von 2007 bis 2012 mit diesem im Team der Save The Robots- Partyreihe überregional unterwegs. Im Rahmen dieser Reihe entdeckte W.Frank auch sein zweites altes Steckenpferd- die Videocollage - wieder, und fortan wurden neue Collagen für die Parties gebastelt. Die Unkonventionalität der analog gebastelten Filmchen fand großen Anklang. Aber ewig macht man die Nacht natürlich nicht zum Tag, und W.Frank agiert heute eher aus seinem „Künstlerbüro“ mit der A.R.K.T.I.S und EARSUAL/ Danger Freaks P&P und eigene Veranstaltungen finden nur noch zu besonderen Anlässen statt. Eine solche Veranstaltung steht dann wie immer unter dem gleichen Motto: Ambivalenz.

WARUM Frank Vorstellung
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